Ausstellungen und Neues September/Oktober 2026

Aktuelles und Neues - die Informationen zu Ausstellungen und Aktionen unserer Mitglieder, sowie befreundeteten Galerien, Goldschmiedeschulen, Museen und weiterer Künstler ab sofort alle 14 Tage hier auf unserer Homepage. Aktuell und zeitnah.

Deutsches Goldschmiedehaus Hanau

Glasexperimente im Schmuck. Mareike Blume

Im Rahmen des Celia Holtzer Stipendiums brachte Mareike Blume
die traditionsreichen Handwerke Glasbläserei und
Goldschmiedekunst in einen Dialog. Im Fokus stand dabei das
Erforschen der technischen und gestalterischen
Kombinationsmöglichkeiten von Borosilikatglas und Metall im
Schmuck. Borosilikatglas findet häufig bei Geräten oder
Equipment in Laboren und Küchen Verwendung, es zeichnet sich
durch seine Hitzebeständigkeit und Robustheit aus. Blume
experimentierte mit den Gestaltungsmöglichkeiten,
Eigenschaften und Grenzen des Glases. Entstanden sind kleine
Schmuckserien, die in ihrer Farbigkeit und Größe variieren und
sich durch eine lebendige Oberflächengestaltung auszeichnen.
2025 wurde Mareike Blume (*1991 in Braunschweig) für ihr
Projektvorhaben mit dem Celia Holtzer Stipendium
ausgezeichnet. Das Celia Holtzer Stipendium wird jährlich von der
Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V. an zwei Absolvent*innen
der Staatlichen Zeichenakademie Hanau im Andenken an Celia
Holtzer (1957–2003) vergeben, die 1989 selbst dort Schülerin
war. Es ist eine Stiftung ihrer Eltern Jeanne Sybill Wallman Holtzer
und Dr. Howard Holtzer.

Bis 18.10.2026

Nach historischem Vorbild: die Zeremonialwaffe Flamberge

Im Rahmen des Celia Holtzer Stipendiums 2025 fertigte Kai Heck
eine Flamberge, eine Zeremonialwaffe nach historischem Vorbild.
Diese Waffen dienten seit dem 14. Jahrhundert vor allem der
Repräsentation an Fürstenhöfen. Die Flamberge zeichnet sich
durch ihre gewellte Klingenform aus. Heck schmiedete diese aus
dem Flachstahl einer Blattfeder. Der Knauf, die Parierstange und
die Griffstücke wurden im klassischen Sandgussverfahren aus
Bronze gegossen. Der hölzerne Griff aus zwei Elementen ist
gedrechselt und anschließend per Hand in Form gefeilt. Die
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Gravuren wurden von Hand mit Hammer und Meißel sowie durch
einen mit Druckluft betriebenen Stichel gefertigt.
2025 wurde Kai Heck (*2000 in Mainz) für dieses Projektvorhaben
mit dem Celia Holtzer Stipendium ausgezeichnet. Das Celia
Holtzer Stipendium wird jährlich von der Gesellschaft für
Goldschmiedekunst e.V. an zwei Absolvent*innen der Staatlichen
Zeichenakademie Hanau im Andenken an Celia Holtzer (1957–
2003) vergeben, die 1989 selbst dort Schülerin war. Es ist eine
Stiftung ihrer Eltern Jeanne Sybill Wallman Holtzer und Dr.
Howard Holtzer.

Bis 18.10.2026

weitere tolle Ausstellungen im Goldschmiedehaus Hanau findet man unter

https://www.goldschmiedehaus.com/de/veranstaltungen  

Galerie V&V, Wien

Im Wechselspiel
Babsi Daum und Haldis Scheicher

Papier trifft auf Körper
Farbe auf Form
Ausstellungs Eröffnung
Samstag, 3. Oktober 2026, 15-18 Uhr

Babsi Daum und Haldis Scheicher haben für die Ausstellung Schmuckstücke entwickelt, bei denen die Materialwelt aus Haldis Scheichers Schmuckschaffen mit den Papierideen von Babsi Daum zusammentreffen. Darüber hinaus zeigt Babsi Daum eine Auswahl ihrer besonderen Papierarbeiten.
Die Ausstellung ist bis 7. November 2026 zu sehen.

Ira Dentler

“Buddha in der Glorie” inspiriert von “Die Mandel” von Rainer Maria Rilke

Ring – 935er Silber, elektrostatisch beschichtet, Feingold Kugel

Mitte aller Mitten, Kern der Kerne, 
Mandel, die sich einschließt und versüßt, – 
dieses Alles bis an alle Sterne 
ist dein Fruchtfleisch: Sei gegrüßt. 

Sieh, du fühlst, wie nichts mehr an dir hängt; 
im Unendlichen ist deine Schale, 
und dort steht der starke Saft und drängt. 
Und von außen hilft ihm ein Gestrahle, 

denn ganz oben werden deine Sonnen 
voll und glühend umgedreht. 
Doch in dir ist schon begonnen, 
was die Sonnen übersteht. 

Claudia Schuster

"Ana" von Maria Fremmer

Kette – Silber, Ebenholz, Perlen 

Dunkel schimmernd war ihr Blick
so wie die Erde, die sie einst
mit ihren Händen pflügte,
und deren Ernte ihr und ihren Liebsten mehr – als nur genügte.
Augen groß und offen
im schmal gezeichneten Gesicht. Verbergen konnten sie
den großen Kummer nicht.
Und doch – der Schalk
in Anas Wesen war durch Leid
nicht gänzlich zu besiegen.
Er blitzte immer wieder auf
und ließ ihr Lächeln auch
durch unsre Tage fliegen.
Ein mutiges, ein großes Herz,
erfüllt von einer Liebe,
die sich gewandelt hatte durch Vertust in Traurigkeit und Schmerz.
Am Ende war es müde,
und konnte nicht mehr weitergeh’n.
Als Anas Zeit gekommen war,
blieb es für immer steh’n.
Es schneit, wie selten nur an diesem Ort, als schickte ihr zu Ehren aus ihrer Heimat der Winter einen Gruß,
damit den letzten Weg sie fände,
den ihre Seele gehen muss.
Unzählbar viele Wassertropfen,
zarte Geschöpfe, zu Eis gefroren, strömen aus den Wolkenporen.
Wie Tränen sind sie,
die nicht tropfen, sondern schweben – als sollte keine einzeln sich verheben am Gewicht, das sie zu tragen hat,
und keine Träne je allein versiegen,
weil sie zuviel zu klagen hat.
Im Wolkennebel
finden sie zusammen
zu großen weißen Flocken,
weiß – wie Anas Haar.
Gleitend durch die Winterluft
streben sie zur Erde
sanft – wie Ana war.
Der Blick aus ihren schönen Augen,
so wissend und so klar …
Darin tief eingewoben Anas Liebe
ist noch immer da.
Als Spur gelegt in unsre Herzen und aufbewahrt in der Unendlichkeit
ist sie uns ein Vermächtnis
jenseits von Raum und Zeit…

Sabrina Schildgen

"one fish, two fish, red fish, blue fish" von Dr. Seuss 1960

Kette – 925er Silber, Silikon, Zirkonia, Rubin, Saphir – ca. 20 cm

DR. Seuss – Theodor Seuss Geisel – amerik. Cartoonist und Kinderbuch-Autor. 

„A playful, rhythmic tool to help young children learn basic counting, colours and reading skills.“

Sonja Salehi

“Die Rose vom kleinen Prinz” von Antoine de Saint-Exupéry

Ring – Silber, 750er Gold, Korallenrose, Glas – 2,5 x 4,5 cm

Auszug aus dem Buch „Der kleine Prinz“ Gespräche, die der kleine Prinz mit der Rose führt.

„Lass dieses Glassturz-Ding. Ich will ihn nicht mehr.“

„Ich muss wohl zwei oder drei Raupen ertragen, wenn ich die Schmetterlinge kennenlernen will.“

 

 
 

Petra Rink

“Suche - Gefunden - Wertigkeit” 3 Gedichte

3 Objekte – 935er Silber, Blattgold, Edelstahl, Holzkasten, Acrylfarbe, Bleistift, 750er Gold, Eisenfundstück, Eisenringe – 15 x 15 x 15 cm

“Liebesrost” von Nora Gomringer

Über Nacht / Bist du oxidiert / neben mir / Hast auf mich reagiert / Bist rostig geworden /  Du sagst Golden / Ich lecke deinen Hals / Du schmeckst wie der Wetterhahn

„Gedanken am Fenster“ von Robert Gernhardt

Ich schaue raus / Das Wetter pennt / Mein Kopf ist wie / ein Kontinent. / Voll unentdeckter / wilder Sachen. / Man müsste mal / das Fenster aufmachen.

„Neues Licht“ von Luisa Becker

Der Regen hat dich verändert, / alter eiserner Ring . / Wo früher nur Grau war / leuchtet jetzt warmes Braun. / So wird aus Vergangenem / ein neuer Glanz. 

 
 

Shima Rad

“Alles in mir” von Dschalal ad-Din Muhammad Rumi

Kette – 925er Silber, Aquamarin – 16 x 16 cm / 28 cm (Durchmesser)

Du bist nicht ein

Tropfen im Ozean.

Du bist ein ganzer Ozean

in einem Tropfen

Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (1207-1273) war einer der größten persischen Dichter, Mystiker und spirituellen Denker der Weltlieteratur.

 
 

Johannes Oppermann

“Sommerfrische” von Joachim Ringelnatz

Kette – Blüteblätter, Gras, Gießharz, Silber, Stahlseil

“Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,

Das durch den sonnigen Himmel schreitet.

Und schmücke den Hut, der dich begleitet,

Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.

Weil`s wohltut, weil`s frommt.

Und bist du ein Mundharmonikabläser

Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken

Von dem freigegebenen Wolkengezupf.

Vergiss dich. Es soll dein Denken

Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.”

 
 

Harold O’Connor

"Walking Trip" inspiriert von Basho, japan. Haiku Poet (1644-1694)

Objekt – Nordic wood, Shibuichi Kupfer

Inspiration für diese Objekt ist das Buch „A Narrow Road To The Interior“ von Bashu. 
Das Holz repräsentiert die  Insel Japan, die Linien im Holz die Wanderung des Poeten und der Kupferrand das Japan umgebebende Meer. 
 
 

Elisabeth Mundwiler

"Mit leichtem Gepäck" von Hilde Domin

Kette/Anhänger/Objekt – Zinn/Löffel, Baumwollgarn – Löffelobjekt ca 18 x 10 cm

Gewöhn dich nicht
Du darfst dich nicht gewöhnen.
Eine Rose ist eine Rose.
Aber ein Heim
ist kein Heim.
Sag dem Schoßhund Gegenstand ab
der dich anwedelt
aus den Schaufenstern.
Er irrt. Du
riechst nicht nach Bleiben.
Ein Löffel ist besser als zwei.
Häng ihn dir um den Hals,
du darfst einen haben,
denn mit der Hand
schöpft sich das Heiße zu schwer.
Es liefe der Zucker dir durch die Finger,
wie der Trost,
wie der Wunsch,
an dem Tag
da er dein wird.
Du darfst einen Löffel haben,
eine Rose,
vielleicht ein Herz
und, vielleicht,
ein Grab.