Ira Dentler

“Buddha in der Glorie” inspiriert von “Die Mandel” von Rainer Maria Rilke

Ring – 935er Silber, elektrostatisch beschichtet, Feingold Kugel

Mitte aller Mitten, Kern der Kerne, 
Mandel, die sich einschließt und versüßt, – 
dieses Alles bis an alle Sterne 
ist dein Fruchtfleisch: Sei gegrüßt. 

Sieh, du fühlst, wie nichts mehr an dir hängt; 
im Unendlichen ist deine Schale, 
und dort steht der starke Saft und drängt. 
Und von außen hilft ihm ein Gestrahle, 

denn ganz oben werden deine Sonnen 
voll und glühend umgedreht. 
Doch in dir ist schon begonnen, 
was die Sonnen übersteht. 

Claudia Schuster

"Ana" von Maria Fremmer

Kette – Silber, Ebenholz, Perlen 

Dunkel schimmernd war ihr Blick
so wie die Erde, die sie einst
mit ihren Händen pflügte,
und deren Ernte ihr und ihren Liebsten mehr – als nur genügte.
Augen groß und offen
im schmal gezeichneten Gesicht. Verbergen konnten sie
den großen Kummer nicht.
Und doch – der Schalk
in Anas Wesen war durch Leid
nicht gänzlich zu besiegen.
Er blitzte immer wieder auf
und ließ ihr Lächeln auch
durch unsre Tage fliegen.
Ein mutiges, ein großes Herz,
erfüllt von einer Liebe,
die sich gewandelt hatte durch Vertust in Traurigkeit und Schmerz.
Am Ende war es müde,
und konnte nicht mehr weitergeh’n.
Als Anas Zeit gekommen war,
blieb es für immer steh’n.
Es schneit, wie selten nur an diesem Ort, als schickte ihr zu Ehren aus ihrer Heimat der Winter einen Gruß,
damit den letzten Weg sie fände,
den ihre Seele gehen muss.
Unzählbar viele Wassertropfen,
zarte Geschöpfe, zu Eis gefroren, strömen aus den Wolkenporen.
Wie Tränen sind sie,
die nicht tropfen, sondern schweben – als sollte keine einzeln sich verheben am Gewicht, das sie zu tragen hat,
und keine Träne je allein versiegen,
weil sie zuviel zu klagen hat.
Im Wolkennebel
finden sie zusammen
zu großen weißen Flocken,
weiß – wie Anas Haar.
Gleitend durch die Winterluft
streben sie zur Erde
sanft – wie Ana war.
Der Blick aus ihren schönen Augen,
so wissend und so klar …
Darin tief eingewoben Anas Liebe
ist noch immer da.
Als Spur gelegt in unsre Herzen und aufbewahrt in der Unendlichkeit
ist sie uns ein Vermächtnis
jenseits von Raum und Zeit…

Sabrina Schildgen

"one fish, two fish, red fish, blue fish" von Dr. Seuss 1960

Kette – 925er Silber, Silikon, Zirkonia, Rubin, Saphir – ca. 20 cm

DR. Seuss – Theodor Seuss Geisel – amerik. Cartoonist und Kinderbuch-Autor. 

„A playful, rhythmic tool to help young children learn basic counting, colours and reading skills.“

Sonja Salehi

“Die Rose vom kleinen Prinz” von Antoine de Saint-Exupéry

Ring – Silber, 750er Gold, Korallenrose, Glas – 2,5 x 4,5 cm

Auszug aus dem Buch „Der kleine Prinz“ Gespräche, die der kleine Prinz mit der Rose führt.

„Lass dieses Glassturz-Ding. Ich will ihn nicht mehr.“

„Ich muss wohl zwei oder drei Raupen ertragen, wenn ich die Schmetterlinge kennenlernen will.“

 

 
 

Petra Rink

“Suche - Gefunden - Wertigkeit” 3 Gedichte

3 Objekte – 935er Silber, Blattgold, Edelstahl, Holzkasten, Acrylfarbe, Bleistift, 750er Gold, Eisenfundstück, Eisenringe – 15 x 15 x 15 cm

“Liebesrost” von Nora Gomringer

Über Nacht / Bist du oxidiert / neben mir / Hast auf mich reagiert / Bist rostig geworden /  Du sagst Golden / Ich lecke deinen Hals / Du schmeckst wie der Wetterhahn

„Gedanken am Fenster“ von Robert Gernhardt

Ich schaue raus / Das Wetter pennt / Mein Kopf ist wie / ein Kontinent. / Voll unentdeckter / wilder Sachen. / Man müsste mal / das Fenster aufmachen.

„Neues Licht“ von Luisa Becker

Der Regen hat dich verändert, / alter eiserner Ring . / Wo früher nur Grau war / leuchtet jetzt warmes Braun. / So wird aus Vergangenem / ein neuer Glanz. 

 
 

Shima Rad

“Alles in mir” von Dschalal ad-Din Muhammad Rumi

Kette – 925er Silber, Aquamarin – 16 x 16 cm / 28 cm (Durchmesser)

Du bist nicht ein

Tropfen im Ozean.

Du bist ein ganzer Ozean

in einem Tropfen

Dschalal ad-Din Muhammad Rumi (1207-1273) war einer der größten persischen Dichter, Mystiker und spirituellen Denker der Weltlieteratur.

 
 

Johannes Oppermann

“Sommerfrische” von Joachim Ringelnatz

Kette – Blüteblätter, Gras, Gießharz, Silber, Stahlseil

“Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,

Das durch den sonnigen Himmel schreitet.

Und schmücke den Hut, der dich begleitet,

Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser.

Weil`s wohltut, weil`s frommt.

Und bist du ein Mundharmonikabläser

Und hast eine bei dir, dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken

Von dem freigegebenen Wolkengezupf.

Vergiss dich. Es soll dein Denken

Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.”

 
 

Harold O’Connor

"Walking Trip" inspiriert von Basho, japan. Haiku Poet (1644-1694)

Objekt – Nordic wood, Shibuichi Kupfer

Inspiration für diese Objekt ist das Buch „A Narrow Road To The Interior“ von Bashu. 
Das Holz repräsentiert die  Insel Japan, die Linien im Holz die Wanderung des Poeten und der Kupferrand das Japan umgebebende Meer. 
 
 

Elisabeth Mundwiler

"Mit leichtem Gepäck" von Hilde Domin

Kette/Anhänger/Objekt – Zinn/Löffel, Baumwollgarn – Löffelobjekt ca 18 x 10 cm

Gewöhn dich nicht
Du darfst dich nicht gewöhnen.
Eine Rose ist eine Rose.
Aber ein Heim
ist kein Heim.
Sag dem Schoßhund Gegenstand ab
der dich anwedelt
aus den Schaufenstern.
Er irrt. Du
riechst nicht nach Bleiben.
Ein Löffel ist besser als zwei.
Häng ihn dir um den Hals,
du darfst einen haben,
denn mit der Hand
schöpft sich das Heiße zu schwer.
Es liefe der Zucker dir durch die Finger,
wie der Trost,
wie der Wunsch,
an dem Tag
da er dein wird.
Du darfst einen Löffel haben,
eine Rose,
vielleicht ein Herz
und, vielleicht,
ein Grab.
 
 

Susanne Leu

"Bunte Hunde" von Dr. Wolfgang Boden

Kette – Leuchtring für Hunde, Kabelbinder – 30 x 30 x 4 cm oder mit eingeklappten Kabelbindern 25 x 25 x 6 cm

 

“Wo sind sie nur, die bunten Hunde,

die sprungbereit zu jeder Stunde,

in Kleidung, Auftritt und im Sprechen,

die feste Alltagsnorm durchbrechen?

Man trifft sie selten, sieht sie gerne,

doch letzlich lieber aus der Ferne,

da sie uns drückend überragen,

ein völlig fremdes Leben wagen.

Auch wenn sie sich nicht immer zeigen,

ein Wesenszug ist ihnen eigen,

allgegenwärtig sind im Grunde,

sie unentwegt in aller Munde.” (2010)

(Dr. Wolfgang Boden – 1931-2022 – Hobby-Dichter und Freund der Familie – Ein bunter Hund)