Katrin Brusius
Haiku Kette - 5 Ketten inspiriert von der traditionellen japanischen Gedichtform
Ketten – Silber, Rauchquarz und Bergkristall
3 x 48 cm x 7 mm, 2 x 40 cm x 5,5mm
Hasen: Im Schnee des Ackers / von einem braunen Hasen / des Ohres Schatter
Krähe: Des Herbstes Abend / auf kahlem Astwerk die Krähe / sich niederhockt
Glocken: Wie der Glocke Ton / aus der Ferne mühevoll / durch den Nebel dringt
Heuschrecke: Heuschreck pass auf / du zertritts mir ja den Tau / auf meinen Gräsern
Weinbergschnecke: Der Regenschauer / ob er wohl glücklich machte / die Weinbergschnecke
Ein Haiku ist eine traditionelle japanische Kurzgedichtform, die als die kürzeste feste Gedichtform der Welt gilt.
Wörtliche Bedeutung
- Das Wort setzt sich aus „hai“ (spielerisch, unkonventionell) und „ku“ (Vers, Zeile) zusammen – es bedeutet also frei übersetzt „spielerischer Vers“
Wolfgang Brenk
"Sieben weiße Raben" nach dem Gedicht "Die Raben" von Hermann Löns
Anhänger – Silber, Kunsstoff, Alu, Tigerauge, Keramik, Farbe – 8 x 6,4 x 1,4 cm
Die Raben Es stand ein Stern am Himmel, Es waren nicht sieben Tauben, Der erste nahm die Augen, Und was die andren sich nahmen, | ||
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Annette Bloch
"Die Glocke" 1799 von Friedrich Schiller
Armreif – Silber, Messing und Stahl, diverse Edelsteine – ca. 10 x 10 x 7 cm
Alle 430 Ferse findet man hier – viel Spaß beim lesen Fest gemauert in der Erden Zum Werke, das wir ernst bereiten, Nehmet Holz vom Fichtenstamme, Was in des Dammes tiefer Grube Weiße Blasen seh‘ ich springen, Denn mit der Freude Feierklange Wie sich schon die Pfeifen bräunen! Denn wo das Strenge mit dem Zarten, Und der Vater mit frohem Blick Wohl! nun kann der Guß beginnen, Wohtätig ist des Feuers Macht, Leergebrannt Einen Blick In die Erd ist’s aufgenommen, Dem dunkeln Schoß der heil’gen Erde Von dem Dome, Ach! die Gattin ist’s, die teure, Bis die Glocke sich verkühlet, Munter fördert seine Schritte Heilge Ordnung, segenreiche Tausend fleiß’ge Hände regen, Holder Friede, Nun zerbrecht mir das Gebäude, Der Meister kann die Form zerbrechen Weh, wenn sich in dem Schoß der Städte Freiheit und Gleichheit! hört man schallen, Freude hat mir Gott gegeben! Herein! herein! Und dies sei fortan ihr Beruf, Jetzo mit der Kraft des Stranges | ||
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Marit Bindernagel
"Ich wünschte ich wäre ein Boot für dich" von Margot Bickel
Kette mit Anhänger – 925er Silber – 44cm lang/Anhänger 10 x 3 cm
„Es gibt Momente, da wünschte ich, ich wäre ein Boot für dich. Ein Boot, das dich fortträgt, wo immer du dich hinsehnst. Ein Boot, das schwer genug ist, dich zu tragen, wenn die Wellen zu hoch schlagen.“
Claudia Schuster
Ego Anhänger - Kooperationsarbeit mit Sabine Braunfisch
Anhänger, ca. 62 x 8 mm, Silber, Feinsilber, Stahl, Colorit


Als die Ausschreibung zur Ausstellung kam gab es bei uns zwei unterschiedliche Reaktionen:
Claudia Schuster: Mir schwebte direkt eine bestimmte Form von Anhängern vor Augen.
Sabine Braunfisch: Ich fühlte mich zuerst nicht angesprochen. Es kommt bei mir selten vor, dass ein Stück an einem Tag fertig wird. Ich könnte mich natürlich darauf einlassen und unter Umständen ein unfertiges Stück abgeben. Ich
meldete mich an und ließ es sacken… Dann kam unser gemeinsamer Besuch der documenta fifteen. Wir waren beeindruckt von dem Kollektivgedanken und der gemeinsamen Arbeit an einem Stück und fragten uns, wie es wäre, ein gemeinsames Schmuckstück abzugeben. Wie würden wir so etwas angehen?
Wäre es ein Stück oder sollten wir vielleicht an zwei Stücken parallel arbeiten? Wollten wir cokreativ oder intervenierend arbeiten? Wollten wir einen Plan verfolgen oder mit einem „weißen Blatt“ beginnen?
Über diese Gedanken rückte der Abgabetermin näher und uns fiel auf, dass wir nur noch einen gemeinsamen Tag hatten, um unser Experiment umzusetzen. Also los!
Wir trafen uns also mit der Aufgabenstellung, jede Stunde das Werkzeug „fallen zu lassen“ und die Werkstücke zu tauschen. Wir sprachen über unsere Ideen, waren aber nicht verpflichtet, sie fortzusetzen. Jetzt galt es, sich neu einzulassen.
Wir versuchten, so frei wie möglich mit den Gegebenheiten umzugehen, bemerkten aber auch die inneren Schranken. Kann ich ein Stück aufrollen, obwohl es flach angedacht war? Darf ich ein Loch in eine Fläche bohren, um eine Öse durchzuziehen? Wenn ich jetzt die Richtung ändere, was macht die Andere damit? Kehrt sie zu ihrem Plan zurück oder kann sie damit weitergehen? Am auffälligsten fanden wir aber, wie wir von egoistischen Gedanken beschränkt wurden. Unsere scheinbar offene Haltung wurde permanent durch das eigene Ego sabotiert. Wir bemerkten, dass die Bestrebung zeitweise insgeheim dahin ging, die eigene Idee durchzusetzen, statt mit dem Konstruktiven weiterzugehen. Ein aufschlussreiches und spannendes Wechselspiel zwischen dem kleinen,
gefangenen Ego und der freien, utopischen Idee, von der wir weiter entfernt sind, als wir gedacht hatten! Was ist wichtiger: das Ergebnis oder der Prozess?
Es waren sechs intensive Stunden, in denen zwei Schmuckstücke entstanden, die als Experiment und als greifbares Ergebnis für ein permanentes Umdenken und ein größtmögliches Einlassen auf einen gegenwärtigen Zustand stehen. Die dabei aufgekommenen Fragen sind noch nicht beantwortet. Gut möglich, dass es weitere Projekte geben wird, in denen wir Antworten suchen…
Wir haben beide Stücke mit unseren beiden Punzen gestempelt und geben sie unter unseren beiden Namen ab.
Katja Kempe
Anhänger/Kette, Ag 925, Horn


Ein Schiff als Symbol für Nächstenliebe und Menschlichkeit. Viele Tausend Menschen ertrinken jährlich im Mittelmeer. Sie fliehen aus dem Nahen und Mittleren Osten, aus der Subsahara Afrikas sowie Nordafrika. Menschen, die wegen Gewalt, politischer Instabilität, Verletzung ihrer Menschenrechte , Klimakatastrophen
und fehlender Existenzgrundlagen die Flucht über das tödliche Mittelmeer wagen, voller Hoffnung auf ein neues Leben. Zivile, gemeinnützige Initiativen,
Vereine und Organisationen, haben Schiffe gekauft und retten auch jetzt gerade die Menschen und die Hoffnung!
Ursula Woerner
Umwertung der Werte
Kette, 37 x 10 cm, Ag 925, beach glass, Kieselstein, Onyxsperlen


Dieses Schmuckstück ist entstanden aus einem Fundstück der Natur und einem menschlichen Überrest in der Natur. Glattgeschliffen und mattiert durch Sand und das Meer hat sich das ‚beach glass‘ aufgewertet zum gefassten Schmuckstücksstein. Edel und Unedel kombiniert durch eine fließende Linie, die beflügelt.
Andreas Wieneke
Halsschmuck/Armreif, Kunststoff, Fundobjekte, Papier


. . . das Thema schwirrt seit Tagen in meinem Kopf herum. Eines Morgens endlich eine Idee. Ich weiß der Rhein hat Tiefstand. Oh, ein Schmuckstück mit Fundsachen wollte ich immer schon mal machen.
Also auf in Richtung Fluss. Als notorischer Langschläfer mache ich mich
ungewöhnlich früh auf den Weg. Das Leben in der Südstadt beginnt gerade. In den Cafés werden die Stühle rausgestellt. Es sind erst wenige Menschen unterwegs. Ich mache Fotos hier und da – finde eine Muschel, einen Stein, eine Glasscherbe, Treibholz. Für mich als Sammler eigentlich nichts Ungewöhnliches.
Auf dem Rückweg mache ich einen Stopp um zu frühstücken, die Stühle im Café stehen ja schon parat. Ich betrachte meine Fundstücke, fühle mich plötzlich wie im Urlaub.
Im Atelier angekommen, denke ich: bitte heute keine Kunden. Sie scheinen mich
erhört zu haben. Aus den gefundenen Schätzen, so wie sie sind, entsteht ein
Halsschmuck.
Die Fotos der Fundorte und vom Weg zu ihnen zieren die Innen- und Außenseite
eines Armreifs. Am Abend ist alles getan.
Anemone Tontsch
Ring, Papier, Schmuckdraht


Morgens, wenn der Tag noch grau ist, schaltet sich oft schon Früh mein Hirn ein, es tosen alle möglichen Gedanken-Wirbel durch meinen Kopf, frei und
ungestüm. Noch gibt es kein Sollen und Müssen, wie schön wäre es so in den Tag zu springen, mit Wind unter den Flügeln, ohne Begrenzung!
Ganz allmählich, antrainiert, werden die Gedanken strukturierter, ich versuche die Fetzen einzufangen, Pläne zeichnen sich ab, der Tag ruft.
Ach wäre es schön, wenn sich alles so leicht und frei weiterdrehen könnte.
So sind meine morgendlichen Winde!










